Willkommen bei den Gäggischen Hähnern

Es gibt so gut wie keine schriftlichen Aufzeichnungen des Möhnenverein Weidenhahn, deshalb war die Recherche besonders schwer. Man begab sich somit auf eine Nostalgie-Tour und befragte verschiedene Zeitzeugen:

Die Winter waren hart, kalt und langweilig. Die einzige Abwechslung in dieser fast fernsehlosen Zeit waren für die Frauen die "Spennstuff" (Spinnstube, Handarbeitskreis) und für die Männer die Kneipenbesuche bei "Große Eduard".

Dort wurde die Dorfpolitik gemacht, die Weltpolitik verfolgte man im Fernsehen. Ein Großereignis war die "Mainzer Fassenacht". Anfang 1958 verfolgte man gemeinsam die Vorträge bei Bier und "Hamburger" (ein brauner süffiger Kräuterschnaps). Je mehr Schnaps floss, desto lustiger wurde die illustre Runde. Und plötzlich war die Idee da - "Was die Mainzer können, können wir doch auch!" Die Geburtsstunde des Möhnenverein nahm ihren Lauf.

In den ersten Jahren trafen sich die Frauen an "Scherdonnerstag" nachmittags bei Eduard zum Kaffee und Kuchen. Es wurde gesungen, gefeiert, und mancher Schwank zum Besten gegeben:

Im Dezember 1958 hielt Dr. Brüll einen Vortrag über die Schluckimpfung. Die Eltern der Jahrgänge 1957 und 1958 hörten gespannt zu. Nachdem der Vortrag zu Ende war, verweilte der "harte Kern" noch in der Schule. Man kam auf die Idee, beim Metzger Botte Wurscht, und bei "Wieste Anneliese" Schnaps zu holen, und die Impfung, insbesondere das Schlucken genauestens zu üben. Zuspäter Stunde, nach vielem "Schlucken" probierten einige mutige Damen die neuen Sportgeräte der Schule - Hula Hopp Reifen - aus.

In den sechziger Jahren wurden die Sitzungen ausgedehnter und noch lustiger. Die ersten Büttenreden und Tänze wurden in "Große Saal" veranstaltet.

Bis Mitte der 60-er Jahre feierte man die Fassenacht in "Große Wertschaft". Weitere Veranstaltungsorte waren "Onde Wertschaft" bis zur Eröffnung des Pfarrheims. Dieses war Möhnendomizil bis Ende der neunziger Jahre. Danach wechselte man (1996) ins Bürgerhaus, wo bis heute die Veranstaltungen stattfinden.

Zurück zu den siebziger Jahren. Bei sämtlichen Proben war der "Hamburger" als Aufwärmer dabei. Nach den Proben traf man sich in privaten Haushalten zum "Kehraus".

Erwin Weber, Martha Friedrich, Rosemarie Weber, Lisa Heller, Brigitte Weisenfeld, Hildegard Weisenfeld, Gertrud Weisenfeld, Anneliese Görg und vorne Hilde Klersy

"Ach, was war das eine schöne Zeit" schwärmte eine Zeitzeugin, "als wir in den siebziger Jahren bei "Wieste Anneliese" in der Küche saßen, und Erwin Weber mit dem Schifferklavier im Hundekorb saß und ein Lied nach dem anderen spielte."

Anno 1994 entschloss man sich, den Verein unter dem Namen "Möhnenverein Gäggische Hähner Weidenhahn 1958 e.V." ins Vereinsregister eintragen zu lassen.

Nachdem man 1997 mit den Veranstaltungen ins Bürgerhaus umgezogen war, und mit den Karnevalsveranstaltungen "Bunter Abend" und "Fassenachts-umzug" im Frühjahr, sowie Ausflügen im Sommer noch nicht ausgelastet war, kam man auf die Idee, im Herbst noch etwas anzustellen.

Skatturnier, Schlachtfest, Oktoberfest usw. gab es schon, es musste etwas Neues sein, was in den Herbst hinein passte. Man erinnerte sich an die "gute alte Zeit". Herzhaft und deftig sollte es sein: DAS KARTOFFELFEST. "Erbelskuche und Erbelskreppelchen mit Äbbelkompott".

Lisa Heller, Hildegard Weisenfeld, Anneliese Görg u. Maria Wüst

Im September 1999 startete das "1.Weidenhähner Kartoffelfest". Anfangs war es nur ein Fest für die Weidenhähner, doch mit der Zeit entwickelte es sich zu einer regionalen Attraktion.

Für das neue Jahrtausend wurde sich viel vorgenommen. Da keiner mehr die Kirmes betreiben wollte, schlossen sich im Jahre 2001 die Möhnen und der Sportverein zusammen, später in 2007 beteiligte sich auch der Verschönerungs-verein an der Ausrichtung der Kirmes.

In 2008 konnte dann der Möhnenverein sein 50-jähriges Bestehen mit einem Festkommers der besonderen Art, mit der Live-Aufzeichnung des SWR4 "Wir bei Euch" und einem Karnevalszug mittem im Sommer feiern.